Tennisellenbogen & Golferellenbogen: Ursachen, Symptome und Behandlung
Der Tennisellenbogen (Epicondylitis lateralis) und der Golferellenbogen (Epicondylitis medialis) entstehen meist durch monotone, wiederholte Bewegungsabläufe und damit verbundene Überbeanspruchung der Streck- bzw. Beugemuskulatur des Unterarms. Dadurch kommt es zu kleinen Läsionen im Ursprungsbereich der betroffenen Muskeln.
Anfangs zeigen sich nur Verspannungen, später treten:
- lokale, teils starke Druckschmerzen
- Schmerzen mit Ausstrahlung in Unterarm und Oberarm
auf.
Konservative Therapie beim Tennis- und Golferellenbogen
Im Akutstadium sollten die Beschwerden durch:
- Ruhigstellung des betroffenen Ellenbogens
- lokale Kältetherapie
- systemische Einnahme von schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten
behandelt werden.
Zusätzlich sind möglich:
- Lokale Infiltrationen mit einem Lokalanästhetikum-Kortikoid-Gemisch (kurzfristige Beschwerdelinderung)
- Spezielle physiotherapeutische Übungen, z.B.:
- Querfriktion
- medizinische Massagen
- Dehnungsübungen
Bleiben die Beschwerden bestehen, können folgende weiterführende Therapien eingesetzt werden:
- Stoßwellentherapie
- ACP-Infiltrationen (Eigenbluttherapie mit körpereigenem angereichertem Blutplasma)
Bei therapieresistenten oder chronischen Verläufen kann eine operative Therapie notwendig werden.
Karpaltunnelsyndrom: Symptome, Diagnose und Therapie
Das Karpaltunnelsyndrom (KTS) ist das häufigste Nervenkompressionssyndrom eines peripheren Nervs im menschlichen Körper. Durch eine chronische Druckschädigung des Mittelnervs (Nervus medianus) auf Höhe des Handgelenks entstehen typische Beschwerden.
Symptome des Karpaltunnelsyndroms
Zu Beginn, häufig nachts, kommt es zu:
- Kribbeln, Taubheitsgefühl und Schmerzen in der Hand
- Betroffen sind vor allem: Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger
- Viele Patientinnen und Patienten beschreiben: „Die Hände schlafen ein.“
Im fortgeschrittenen Stadium treten die Beschwerden:
- tagsüber dauerhaft auf
- es kann zu Muskelschwund im Bereich des Daumenballens
- Gefühlsstörungen
- Kraftverlust der Hand kommen
Die Diagnose wird nach:
- klinischer Untersuchung
- Röntgen
- und Sicherung durch einen Facharzt für Neurologie (Nervenleitmessungen)
gestellt.
Konservative Behandlung des Karpaltunnelsyndroms
Zu Beginn kann versucht werden, die Beschwerden zu lindern durch:
- Ruhigstellung des Handgelenks mit speziellen Nachtlagerungsschienen oder Stützverbänden
- systemisch wirksame schmerz- und entzündungshemmende Medikamente
- lokale Infiltrationen mit einem Lokalanästhetikum-Kortison-Gemisch
Operative Therapie beim Karpaltunnelsyndrom
Bleibt der Erfolg aus oder liegt bereits ein fortgeschrittenes Stadium mit deutlicher Nerveneinengung vor, ist eine Operation indiziert.
Der Eingriff kann erfolgen in:
- Lokaler Betäubung
- Armbetäubung (Plexusanästhesie)
- Vollnarkose
Der Therapieerfolg hängt eng mit Dauer und Ausmaß der Nervenschädigung zusammen. In vielen Fällen ist nach der Operation:
- eine rasche Besserung der Beschwerden bis hin zur völligen Beschwerdefreiheit möglich
- in komplizierten Fällen kann die Besserung erst nach einigen Monaten eintreten
Die Nachbehandlung sollte früh funktionell mit eigenständigen Bewegungsübungen ab dem 1. postoperativen Tag erfolgen.
Weitere Erkrankungen an Hand und Unterarm
Weitere häufige Erkrankungen und Engpasssyndrome im Bereich von Hand, Ellenbogen und Unterarm:
- Sulcus ulnaris Syndrom (Kubitaltunnelsyndrom)
- Schnellende Finger (Triggerfinger)
- Dupuytren’sche Kontraktur
- Tendovaginitis de Quervain
- Skidaumen (Bandverletzung am Daumengrundgelenk)
- Ganglion (Überbein)

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